Ermittlungen wegen Facebook
Ermittlungen wegen Facebook
Italiens Innenminister Maroni ordnete die Löschung einer Facebook-Webseite an, die "spaßhalber" zur Ermordung von Premier Silvio Berlusconi aufrief. Postwendend tauchen neue Gruppen auf.
Italiens Regierungschef Berlusconi polarisiert - so sehr, dass Mitglieder des sozialen Netzwerks Facebook eine Aktion mit dem Namen "Uccidiamo Berlusconi" - zu Deutsch "Lasst uns Berlusconi töten" - gegründet haben. "Zum Spaß", wie auf der Seite angegeben wird. Italiens Regierung geht nun dennoch dagegen vor. Postwendend tauchen neue Gruppen auf.
"Wir haben veranlasst, dass die Website mit den Drohungen gegen den Ministerpräsidenten unverzüglich geschlossen und gegen alle, die dort Stellung genommen haben, Anzeige erstattet wird", erklärte Innenminister Roberto Maroni am Donnerstag. Die römische Staatsanwaltschaft ermittelt bereits.
Kritik an "Hasskampagne" und "Hetzjagd"
Innenminister Maroni kritisierte die "Hasskampagne" gegen den Regierungschef. Mehrere andere Minister verurteilten die "Hetzjagd", auch der Chef der größten Oppositionspartei, Dario Franceschini, forderte die Löschung der Gruppe.
Viele Facebook-Nutzer präsentieren sich nicht nur über ein persönliches Profil in dem Netzwerk, sondern schließen sich entsprechend ihrer Neigungen Gruppen zu bestimmten Themen an, über die sie sich dann mit Gleichgesinnten austauschen.
"Bitte, töten wir Berlusconi nicht"
Am Donnerstagmittag hatte die Gruppe "Uccidiamo Berlusconi" über 17.000 Mitglieder, die mit bissigen Kommentaren ihren umstrittenen Regierungschef kritisierten. Die Gruppe registrierte sich jedoch unter der Kategorie "Just for fun". Auch die Postings ließen kaum auf extremistische Positionen schließen.
Unmittelbar nachdem die Gruppe gelöscht wurde, riefen User postwendend andere Gruppen ins Leben - etwa "Per favore, non uccidiamo Berlusconi" ("Bitte, töten wir Berlusconi nicht"). Das dazugehörige Profilbild zeigt Berlusconis Kopf, der auf ein bekanntes Herz-Jesu-Gemälde kopiert ist.
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